Nach der Premiere im letzten Jahr stand auch heuer eine Herbstwanderung auf dem Programm und zwar am 19. September 2026.
Vom Gipfelwein und Würsten aus dem Keller
Samstag, 08:00 Uhr: Startschuss am Gleis 10. Die Truppe war zumindest physisch anwesend und zu allem entschlossen. Die Bahn chauffierte uns gemütlich am glitzernden Bielersee entlang nach La Neuveville, wo wir bei einem schnellen Frühstück an der Uferpromenade noch ganz routiniert so taten, als wären wir harmlose Tagestouristen.
Doch dann ging es ans Eingemachte: Das Postauto schraubte sich mit stoischer Kraft die Kehren hoch (dass wir für diese Postautofahrt einen Velohelm mitnehmen sollten, war uns nicht bewusst), bis wir eine Stunde später den Thron des Juras erklommen hatten. Zur Belohnung und zur Stählung der Nerven für das Kommende zischte erst einmal ein zünftiger Gipfelwein, isotonisch versteht sich, denn in alpinen Höhenlagen verzeiht der Elektrolythaushalt keinen Leichtsinn.
Die Chronik des Genusses nahm rasch Fahrt auf: Nach läppischen dreissig Minuten Marsch über den Kamm verlangte die Vernunft bereits nach der ersten taktischen Rast in der Métairie du Milieu. Die Mission war schliesslich klar abgesteckt: 13km sollten noch folgen, man will ja auf keinen Fall dehydrieren.
Das unbestrittene Epizentrum des Tages erreichten wir schliesslich in der Métairie de Pierrefeu. Hier schaltete die Truppe auf Volllast: Auf die Teller kamen schöne, saftige Koteletts, gebettet auf goldbrauner, himmlisch knuspriger Rösti – eine Mahlzeit mit dem Nährwert eines Kleinwagens. Dazu lieferte der Bauer persönlich feinste Unterhaltung: Mit herrlich trockenem Humor, meilenweitem Horizont und pointierten Sprüchen brachte er die Runde zum Lachen und zeigte uns eindrücklich, wie das Leben auf den Jurahöhen tickt.
Vor dem Aufbruch rief dann noch das Gewölbe-Shopping: Im kühlen Felsenkeller sicherten wir die Beute des Tages. Sensationelle, tiefschwarze Rauchwürste vom Rind welches im Sommer vom Blitz getroffen wurde, und ein dermassen ehrwürdiger Gruyère, dass beim Anschneiden wir fast schon wieder Hunger bekamen.
Mit schwerem Rucksack, vollem Magen und bester Laune ging es schliesslich wieder talwärts. Zurück in der Zivilisation liessen wir den Abend herrlich gemütlich ausklingen – bei guten Gesprächen, müden Beinen, schmerzenden Knien und dem wohligen Gefühl eines rundum gelungenen Tages, bis uns schliesslich der allerletzte Bus sicher nach Hause brachte.
Danke Manne!
[Bericht: R.S. aus B.]
Ein durchwegs gelungener Ausflug voller Spass, Schmerzen, Speis und Trank!















